Vorwort

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Meine Liebe zum Wasser hat sich bereits in der Kindheit entwickelt, denn meine Eltern besaßen eine Wassermühle mit einem wunderschönen Stauteich. Das Wasser in ihm war so klar und sauber, dass er Treffpunkt aller Frauen aus der Nachbarschaft zum Wäsche waschen war. Wenn nicht gerade “Waschtag” war, beobachtete ich mit meinen Freunden die vielen Fische bei ihrer täglichen Nahrungssuche. Wurden aber die Turbinenräder vom Bachwasser angetrieben, durften wir Kinder zu unserer eigenen Sicherheit nicht zu nahe am Ufer spielen. Deshalb hatten wir die Idee, unseren eigenen Mühlteich mit Bachlauf im Kleinformat zu bauen.

Wir benötigten Baumaterialien, doch diese waren nach dem Krieg ein so kostbares Gut, das sie ausschließlich zum Instandsetzen von Häusern verwendet wurden. Zum Abdichten künstlicher Gewässer waren Zement oder Dachpappe tabu, also mussten wir improvisieren. In der Umgebung fanden wir Planen von alten Wehrmachtsfahrzeugen und überlegten, wie wir diese so haltbar und wasserdicht bekamen, dass sie ihren Zweck erfüllen konnten. Wir holten aus dem elterlichen Mühlenbetrieb Stangen aus Riemenwachs, erhitzten das Wachs und strichen damit die Flächen der Planen ein. Doch das Wasser wurde, sobald die Temperaturen anstiegen, schnell grün. Meine Mutter glaubte, das müsse so sein, künstlich angelegte Gewässer sähen im Sommer immer so aus.

Dann half uns eines Tages der Zufall: Wir Kinder fanden die Plane eines amerikanischen LKWs, die uns als Teichbaumaterial dienen sollte. Um die aufgedruckte amerikanische Flagge zu verstecken, haben wir sie tief eingebuddelt und mit einer dicken Sandschicht zugeschüttet. (Die Flagge war begehrt und wir hatten Angst, dass größere Kinder sie uns hätten wegnehmen können.) Nach einigen Tagen entstand aus der amerikanischen Plane und einigen Kubikmeter Sand ein wunderschöner Teich, dessen Wasser sich zu unserer Verwunderung nicht grün färbte und sogar die warmen Sommertage sauber und klar überstand.