Nackte Wände im Teich

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Viele Millionen Gartenteiche sind bereits falsch angelegt worden. Eine Umgestaltung wird bei den meisten Teichen nicht möglich sein. Trotzdem sollte jeder Teichbesitzer mithelfen, den Teichbewohnern das Leben so erträglich wie möglich zu machen!

Schaffen Sie biologische Lebensräume. Wo Sandanschüttungen nicht möglich sind, können steile Folienwände mit speziellen Matten verkleidet werden. Kokos ist nicht geeignet, da es es nach einiger Zeit zerfällt. Mein Lösungsvorschlag: eine Filtermatte, gefüllt mit mehreren Mineralien. Ungefähr 5 Zentimeter stark, 40 Zentimeter breit und 80 Zentimeter lang ist die Filtermatte Wandolith.

messeAn glatte Wände ins Wasser gehängt schafft sie viel Lebensraum für wasserreinigende Kleinst-lebewesen. Schon nach wenigen Tagen beginnt im Inneren das biologische Leben, das die Wasserqualität verbessert. (Die Filtermatte Wandolith und das speziell veredelte Zeobakterlith sind zu empfehlen, sie gelten als zur Zeit wichtigste Filtersteine für die Wassertechnik.)

Zeobakterlith ist ein so wichtiger Baustein im Teichbau, weil die Oberfläche dieses Gesteins stark zerklüftet ist und deshalb über eine ungewöhnlich große Ansiedlungsfläche verfügt. Mit diesem Mineral werden falsch konstruierte Teiche in nur wenigen Tagen zu biologischem Leben erweckt. Weitere Vorteile dieses Gesteins sind der Anteil der Hohlräume am Gesamtvolumen beträgut 50 Prozent, was eine Oberfläche am Gestein von 500 bis 800 Quadratmeter pro Gramm ergibt. Die Länge der Hohlräume, welche in 1 Gramm Zeobakterlith enthalten sind, ergeben eine Strecke von mehreren Millionen Kilometer. Im Vergleich zu einem haushaltsüblichen Naturschwamm, der eine Oberfläche von 30 bis 100 Quadratmeter Gesamtfläche hat, ist auch die magnetische Kraft des Gesteins hervorzuheben, mit der organische und gasförmige Stoffe angesaugt und gebunden werden. Da die Hohlräume in kurzer Zeit von vielen wasserreinigenden Kleinstlebewesen, den Mikroorganismen, besiedelt werden, wird jedes Steinchen zum Kleinklärwerk.

Es würde zu weit führen, alle Bakterienstämme aufzuführen würde, die Hohlräume besiedeln, aber alle, die mit Teichbau zu tun haben, sollten sich die Winzlinge einmal unter dem Mikroskop anschauen. Mikroorganismen bestimmen das Leben auf unserer Erde und ohne sie gäbe es auch nicht die Selbstreinigung von Ozeanen, Baggerseen oder Gartenteichen.

mikroskop

 

1.Bild ) Oberfläche Zeolith unbehandelt
2.Bild ) Oberfläche Zeolith mit Bakterien nach ca. 8 Tagen
3.Bild ) Oberfläche Zeolith starker Besatz mit Bakterien nach 2 Wochen.

 

bakterien

Auch Kläranlagen funktionieren nach diesem Prinzip. Nur eine ausreichende Zahl an Kleinstlebewesen kann die Fäkalien angreifen und zersetzen. Ohne jegliche weitere Hilfe ist nach 3 bis 4 Kammern das Wasser so sauber, dass Forellen in dem Wasser schwimmen könnten. Ich möchte die Wirkung von Mikroorganismen anhand eines Versuchs verdeutlichen: In ein Glas Wasser geben wir ein viertel Liter Wasser und einen Tropfen Milch und schütteln diese Mischung. Das Wasser ist getrübt, und die Trübung bleibt 2 bis 3 Tage bestehen, bis sie allmählich wieder verschwindet. Sobald das Wasser wieder klar ist, setzen wir wieder einen Tropfen Milch hinzu und warten, bis die Trübung verschwunden ist. Den Tropfen Milch können wir immer wieder zugeben und werden feststellen, dass das Wasser immer weniger Zeit braucht, um wieder klar zu werden. Nach 1 bis 2 Wochen wird sich das Wasser schon in wenigen Stunden klären. Die Ursache hierfür ist das Bilden eines leicht klebrigen Belages an der Gefäßwand, es findet eine so genannte Mineralisierung statt. Und im Wasser schweben winzig kleine graue und weißliche Flocken, die Mikroorganismen. Diese Winzlinge leben von den organischen Stoffen in der Milch (Eiweiß, Fett, Zucker) und zerlegen sie in Mineralsalze. Je mehr Bakterien vorhanden sind, um so schneller wird die Milch gereinigt. Wenn man jedoch die Anzahl der Milchtropfen erhöht, entwickeln sich rasch gestörte Abläufe: Weil für die Mikroorganismen, die sich vorher gebildet haben, die Menge zusätzlicher Milchtropfen zu hoch ist und deshalb nicht rasch genug abgebaut werden kann, entsteht ein übel riechendes Faulgas und am Grund setzt sich Schlamm ab.

Im Gartenteich herrschen die gleichen Abläuf, deshalb kann nicht darauf verzichtet werden, Räume zu schaffen, in denen sich die wichtigen wasserreinigenden Bakterien ansiedeln können. Nackte Folienwände können geeignete Lebensräume nicht ersetzen! Eine Studie belegt, dass über 90 Prozent der künstlich angelegten Teiche über keine biologischen Lebensräume verfügen. Keine Filtertechnik kann diesen Mangel ausreichend regulieren, aber es gibt einen Weg zu einem gesunden Lebensraum: Wer einen Filter besitzt, sollte aus dem Filtersystem alle vorhandenen Filtermaterialien herausnehmen und diese Freiräume mit Zeobakterlith auffüllen. Damit der Filter nicht zu schnell verschlammt, wird in den Einlaufbereich Filterwatte gelegt, um Grobteile wie Blätter usw. abzufangen. Der Durchlauf wird stark gedrosselt, denn je langsamer Wasser durch ein Filtersystem fließt, um so besser wird es biologisch gereinigt. Wenn kein Filter vorhanden ist, kann Zeobakterlith in kleine Netzbeutel oder Damenstrümpfe geschüttet werden. Diese Beutel werden ca. 30 bis 40 Zentimeter unter die Wasseroberfläche gelegt. Ungefähr 1 bis 3 Kilo pro 1 Kubikmeter Teichwasser reichen aus, um eine erhebliche Verbesserung der Wasserqualität zu erhalten.

Ein Kommentar zu Nackte Wände im Teich

  • Jürgen Patri

    Hallo Herr Daum,
    ich plane zur Zeit auf uneserem Gelände einen Brunnen zu bohren,
    (Geologisches Gutachten und Wasserbehörde ok) Der Brunnen soll über einen künslich angelegten Bachlauf 3 Teiche ca. 8x 15 x 2m tief speisen. Die Teiche sollen zur Fischzucht genutzt werden.Wie
    würden Sie naturnahe Teiche bauen? Folienteiche erscheinen mir trotz evtl. Matten und Mörtelbeschichtung zu instabil im Bezug auf Ablassen reinigen etc.Im Bodenbereich wären Kisaufschüttungen möglich an den Ufern und in dem Bachlauf könnte ich mir die im Artikel beschriebenen Wandolith Matten vorstellen, Evtl. könnte man die Teiche so komplett ausbetonieren? Wo bekomme ich weiteres Info Material?
    Vielen Dank für Ihre Mühe
    mit freundlichen Grüßen aus dem Odenwald
    Jürgen Patri

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